Unbenanntes Dokument

Strukturelle Bewegungsarbeit

Strukturelle Bewegung
und T´ai Chi Ch´uan

Das Leben und Arbeiten mit der Schwerkraft hat während unserer menschlichen Entwicklung körperliche, geistige und seelische Strukturen entstehen lassen, die, wenn immer wir ihnen mit Achtsamkeit übend auf der Spur sind und sie nachvollziehend ent-decken, unsere Lebensenergie, das Chi in Fluss bringen und es harmonisieren.
Daher verbinde ich mit dem T´ai Chi Ch´uan immer auch eine "strukturelle Bewegungsarbeit", die aus dem natürlichen Bewegungsschatz unserer Körperstrukturen schöpft.

Bei meiner ersten Bewegungslehrerin Katya Delakova machte ich die wesentliche Erfahrung, die strukturelle Kraft des Sicherhebens immer aufs neue zu erleben und "auszukosten" und in der T´ai Chi Ch´uan-Form täglich das Gleichgewicht zu betrachten.


Die Erfahrung des Übens, als Kleinkind bis ins hohe Alter, durch persönlich ausgewähltes Wiederholen war für Katya wesentlich. Mit solchen Übungen, den eigenen Körper, die eigene Schwere zu bewegen und zu stützen, Kraft zu entwickeln, um sowohl sich selbst als auch andere Menschen zu stützen, war ihr ein zentrales Anliegen. In ihrem Buch, das sie kurz vor ihrem Tod fertig stellte, beschreibt sie in autobiographischer Weise das Üben als "das Geheimnis von Wiederholungen, die das Bewusstsein formen helfen und Schritt für Schritt zu immer bewusster werdenden Handlungen führen...", die so "...den Lebensweg als Ausdruck des innersten Wesens formen."
Eine bedeutsame Übungsfolge war für sie, die von ihr selbst zusammengestellte Bewegungssequenz der "Katze", in der sie die menschliche Entwicklung vom Liegen zum Stehen zum Ausdruck brachte.

Quelle: "Das Geheimnis der Katze" Katya Delakova, 1991