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Schnelle Faustform

Die Schnelle Faustform
(Quick Fist / Kuai Chuan)
Huang Sheng Shyans schnelle Tai Chi Form

Die Schnelle Faustform (Quick Fist) folgt den selben Prinzipien , wie die Yang-Stil Form der Cheng Man-Ching Tradition. Obwohl sie rund 100 Stellungen enthält, braucht es nur 2 Minuten, sie bei voller Geschwindigkeit bis zum Ende auszuführen. Dies läßt die T´ai Chi Prinzipien in den Körper hinein fließen und dem Bewußtsein (Kurzzeitgedächtnis) wenig Zeit störend abzulenken. Damit entwickelt sich die T´ai Chi Kunst, eine kraftvolle Energie von den Füßen, über die Körpermitte, aus den Extremitäten sprudeln zu lassen.

Huangs Quick Fist basiert von den äußeren Bewegungsabläufen her auf der 4.Form des Fujian White Crane (FWC), eine innere daoistische Kampfkunst. Sie wurde vor einigen Generationen von einer Frau namens Fang Chi-Niang entwickelt und bildete später auch die Basis für das aus Okinawa stammende heute praktizierte Karate. Das FWC ist nicht zu verwechseln mit dem Shaolin White Crane (Tibetian White Crane) welches ein komplett anderes System darstellt.
Auch Yang Cheng-Fu übte damals eine Schnelle Faustform, die er nicht unterrichtete und ebenso gibt es im Wu-Stil und Chen Stil schnelle Faustformen.
Diese 4. Form des FWC hat den direktesten Bezug zum Aspekt der Kampfkunst im Vergleich zu den ersten 3 Formen des FWC. Sie ist inspiriert vom Bild des "fressenden Kranichs" und entwickelt eine Energie, die durch "scharfes Picken" oder "attackierende Bewegungen" ihren Ausdruck findet.

Diese Kampf- und Bewegungskunst praktizierte Huang Sheng Shyan bereits 20 Jahre lang bei bekannten Fujian White Crane Meistern der 6.Generation (Hsieh Tzung-Hsiang und Ban Chuang-Nien), bevor er bei Cheng Man-Ching über 20 Jahre lang das Tai Chi Chuan übte. Huang integrierte durch jahrelanges Üben nach und nach die Tai Chi Prinzipien in diese 4. Form des FWC, sodass er innerlich pures T´ai Chi praktizierte, welches er rein äußerlich über die Bewegungen (Techniken) zum Ausdruck brachte, die der Kampf- und Bewegungskunst des Fujian White Crane gleichen.

Huang war bei Anhängern chinesischer Kampfkunst rund um die Welt wegen seiner Kunstfertigkeit, der Stärke seiner inneren Kraft und seiner Fähigkeit diese im T´ai Chi-Push hands (Tui Shou) zu nutzen sehr bekannt und geachtet. Er war im Osten wohl der bekannteste Meisterschüler von Cheng Man-Ching und hinterließ ca. 35 Schulen in Malaysia, Singapore, Australien und Neuseeland. Patrick Kelly (Neuseeland) ist einer der Hauptschüler des im Dezember 1992 verstorbenen Huang. Er lernte über 20 Jahre bei Huang und reist seit 1993 durch Europa, um die Arbeit seines Lehrers fortzuführen. Seit dieser Zeit nutze ich die Gelegenheit Patrick Kelly und seine Arbeit kennen zu lernen. Literatur/Quelle: Patrick Kelly: Taiji secrets1995/ 5/27 und 10/49