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Kurzform

Die Kurzform und die klassische Lange Form des Tai Chi Chuan
nach Yang Cheng-Fu in der Tradition von
Cheng Man-Ch´ing

Die Kurzform des Yang Stils nach Prof. Cheng Man Ch´ing (1900-1975),
enthält 37 Stellungen, mit Wiederholungen 64 Stellungen. Sie ist in drei Abschnitte unterteilt. Für die Ausführung der Kurzform benötigt man etwa 8 Minuten.

Cheng Man-Ch´ing war ein Hauptschüler Yang Cheng-Fus und hat in den 30er Jahren auf der Grundlage der Langen Form in Taiwan die Kurzform des Yang-Stils entwickelt. Sie ist heute weltweit bekannt und in Südostasien und im Westen die am häufigsten unterrichtete Form. Meine erste Bewegungslehrerin Katya Delakova (gest. 1991) lernte T´ai Chi Ch´uan bei Cheng Man-Ch´ing.

Die klassische Lange Form des Yang-Stils nach Yang Cheng-Fu (1883-1936),
enthält 53 Stellungen, mit Wiederholungen 140 Stellungen. Sie ist in drei Abschnitte unterteilt. Für ihre Ausführung benötigt man etwa 15 Minuten.
Die Lange Form geht zurück auf Yang Cheng-Fu, Enkelsohn des Yang- Stil Begründers Yang Lu-Ch´an. Sie trägt deshalb den Familiennamen der Yang-Familie.

Yang Cheng-Fus ´Lange Form des Yang-Stils´ ist grundlegend für die heute praktizierten Formen des Yang-Stils. Ebenso wie Cheng Man-Ch´ing lernte auch Fu Zhong Wen T´ai Chi Ch´uan von Yang Cheng Fu. Dr. Chi Chiang Tao lernte in der alten Yang Stil Tradition (Yang Pan Hou-Tradition) bevor er in Taiwan Schüler von Cheng Man-Ch´ing wurde. Meine heutigen Lehrer Petra und Toyo Kobayashi lernten T´ai Chi Ch´uan u.a. bei Dr.Chi Chiang Tao und Fu Zhong Wen.

Die Bewegungen werden langsam, gleichmäßig und möglichst entspannt in aufgerichteter Körperhaltung ausgeführt. Sie folgen dem belebenden polaren Gestaltungsprinzip -´Yin und Yang´- im stetigen Wechsel von Voll zu Leer, Öffnen und Schließen, Sinken und Steigen.
Klare, gerichtete und schließende Bewegungen, sowie ein zentriertes, in der Erde wurzelndes stabilisierendes Gleichgewicht (Center Equilibrium), fördern die Chi-Entwicklung. Damit entwickelt sich die Kunst des T´ai Chi Ch´uan, eine kraftvolle Energie von den Füßen, über die Körpermitte, hinein in die Extremitäten zu entfalten.

Literatur/Quelle: Toyo/Petra Kobayashi 1989, "T´ai Chi Ch´uan-Einswerden mit dem Tao" Chiang Tao Chi/Petra Kobayashi 1995, "Die Schwertkunst des T´ai Chi Ch´uan"